Sammlung alter Karten

 

Die Rapperswiler Sammlung alter Landkarten entstand aus Zuwendungen von privaten Sammlern sowie aus Zukäufen.

 

Die Idee, einen vollständigen Katalog der kartographischen Sammlungen des Polenmuseums in Rapperswil zu erstellen, entstand Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts, als Joanna Umiastowska dem Polenmuseum die grossartige kartographische Kollektion ihres Mannes überstellte. Schon zuvor befanden sich in der Bibliothek einige Dutzend Landkarten, die dem Museum von Tadeusz Szmitkowski übergeben worden waren sowie sporadisch auch von einzelnen anderen Personen, deren Identität leider nicht mehr auszumachen ist. Als eine der Personen, die wesentlich zur Entstehung der Rapperswiler Kollektion beigetragen haben, ist sicher Jan Nowak-Jeziorański aus Washington zu nennen, der Roman Umiastowski dazu hat bewegen können, seine prächtige Kollektion dem Polenmuseum zu vermachen. Er selber hat dem Museum einige herrliche Karten übergeben, die als Teil der Sammlung von Jadwiga und Jan Nowak in den Räumlichkeiten der Bibliothek des Polenmuseums – die im alten Bürgerhaus «Burghof» untergebracht ist – gezeigt werden. Adam Heymowski aus Stockholm hat uns zu seinen Lebzeiten systematisch die von ihm in Schweden ausfindig gemachten Karten mit Bezug zu den polnischen Gebieten zukommen lassen.

 

Rapperswiler Landkarten

 

Die Idee, einen vollständigen Katalog der kartographischen Sammlungen des Polenmuseums in Rapperswil zu erstellen, entstand Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts, als Joanna Umiastowska dem Polenmuseum die grossartige kartographische Kollektion ihres Mannes überstellte. Schon zuvor befanden sich in der Bibliothek einige Dutzend Landkarten, die dem Museum von Tadeusz Szmitkowski übergeben worden waren sowie sporadisch auch von einzelnen anderen Personen, deren Identität leider nicht mehr auszumachen ist. Als eine der Personen, die wesentlich zur Entstehung der Rapperswiler Kollektion beigetragen haben, ist sicher Jan Nowak-Jeziorański aus Washington zu nennen, der Roman Umiastowski dazu hat bewegen können, seine prächtige Kollektion dem Polenmuseum zu vermachen. Er selber hat dem Museum einige herrliche Karten übergeben, die als Teil der Sammlung von Jadwiga und Jan Nowak in den Räumlichkeiten der Bibliothek des Polenmuseums – die im alten Bürgerhaus «Burghof» untergebracht ist – gezeigt werden. Adam Heymowski aus Stockholm hat uns zu seinen Lebzeiten systematisch die von ihm in Schweden ausfindig gemachten Karten mit Bezug zu den polnischen Gebieten zukommen lassen.

 

Die Bibliothek und die Sammlung des Ehepaars Nowak befinden sich ausserhalb des Rapperswiler Schlosses, in dem das über hundertjährige historische Polenmuseum seinen Sitz hat: in einem Gebäude auf dem Hauptplatz der «Rosenstadt» am Zürichsee. Das alte Bürgerhaus «Burghof» – das der polnischen Kulturstiftung LIBERTAS gehört, die das Polenmuseum unterhält – zählt zu den grossartigsten Gebäuden von ganz Rapperswil. Innerhalb seiner Mauern, in den Räumlichkeiten des Archivs, wurde eine über 750 Einheiten umfassende Kollektion von Landkarten früherer polnischer Gebiete angelegt: Die CARTOGRAPHIA RAPPERSVILIANA POLONORUM. Dieser vielleicht nicht allzu umfangreiche Bestand an Karten bietet einen ungewöhn-lich interessanten Überblick über die Geschichte der polnischen Kartographie, denn er enthält oft einmalige Exemplare der am meisten charakteristischen Karten über Polen und der angrenzenden Länder vom 15. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Karten sind in Gruppen unterteilt, die geographische Regionen beschreiben: Welt-Europa, Polen in seiner Ganzheit, Galizien-Kleinpolen, Livland, Litauen, Pommern, Preussen, Schlesien, Ukraine, Grosspolen, Gewässerkarten, Osteuropa, Stadtpläne sowie zum Schluss eine letzte Gruppe von Atlanten und atlantenähnlichen grossformatigen Ausgaben von Landkarten. Ausgesondert wurden sodann ein paar Landkarten der einstigen italienischen Provinz Terra di Lavoro (heute Latium), in der sich der Burghügel von Monte Cassino befindet. Diese Karten gehören zur Sonderkollektion «Monte Cassino», die von Roman Umiastowski vervollständigt worden ist, und in der ausser Landkarten auch eine Reihe äusserst wertvoller Dokumente und Bücher über die Leistung der polnischen Armee während der Kämpfe des Zweiten Weltkrieges zusammengefasst sind. Das Kriterium, die Sammlung nach geographischen Gesichtspunkten zu unterteilen, ist sicher kontrovers und für einige Fachleute sogar inakzeptabel – etwa für solche, die lieber eine Einteilung nach Autor, Atlas oder Herausgeber gesehen hätten; eine andere mögliche Einteilung wäre zudem diejenige nach einer konkreten historischen Epoche, nach einer bestimmten Stilrichtung oder nach einer bestimmten Drucktechnik. Jede dieser Einteilung hat seine Vor- und Nachteile und ist zweifellos Ausdruck der spezifischen Interessen derjenigen Personen, die diese Objekte beschreiben oder einen Katalog zusammenstellen. Ich glaube nicht, dass an dieser Stelle eine Polemik über die Art der Katalogisierung sinnvoll wäre. Nach einigem Zweifeln kam ich aber zum Schluss, dass bei den Arbeiten zur Katalogisierung der Sammlung CARTOGRAPHIA RAPPERSVILIANA POLONORUM die Einteilung nach geographischen Kriterien am sinnvollsten sei. Andere Vorgehensweisen hätten dazu geführt, dass sich die so schon nicht besonders grosse Sammlung in thematisch schwer zu fassende Kleinstgruppen verzettelt hätte. Das geographische Kriterium widerspiegelt die in den Landkarten enthaltene Thematik, informiert den Betrachter über die territorialen Veränderungen des polnischen Staates im Verlauf der Geschichte, was für den Leser des Katalogs – nicht unbedingt für einen Menschen in Polen selber – von grundlegender Bedeutung ist. Aus dem Gesichtspunkt des Museums, das ja ein historisches Museum ist, scheint diese Art der Präsentation ebenfalls richtig zu sein, obwohl sie sicherlich nicht die einzig mögliche ist. Und zu guter Letzt fiel es mir als Geographen am leichtesten, mich gerade mit diesem Konzept zu identifizieren.

 

Dem Katalog geht ein kurzer beschreibender Teil voraus, der auf einige berühmte Persönlichkeiten in der Geschichte der Kartographie polnischer Gebiete hinweist. Ich habe mich bemüht, vor allem diejenigen zu erwähnen, deren Werke sich in der Rapperswiler Sammlung befinden. Ein Auswahlkriterium war auch das Wirken von Koryphäen der Kartographie weltweit und in Europa, das auf die Entwicklung der Kartographie bezüglich des uns interessierenden Teils Europas einen Einfluss ausgeübt hat. Aus diesem Grunde beschreibe ich das Wirken von Ptolemäus, Wapowski, Grodecki oder Guillaume le Vasseur de Beauplan, lasse aber dasjenige von solchen Grössen wie Ortelius, Mercator, Blaeu oder Sanson weg, welche Karten von Polen, Litauen, der Ukraine, Schlesien oder Livland in ihren Arbeiten zwar aufgenommen hatten, doch auf die Entwicklung der Kartographie der oben erwähnten Staaten oder Regionen Europas keinen direkten Einfluss ausgeübt haben.

 

Die einzelnen Positionen des Katalogs liefern zusammen eine Beschreibung aller Landkarten der Kollektion (Stand 1. Februar 1994) in chronologischer Reihenfolge und sind innerhalb eines jeden Kapitels von 1. bis 10. nummeriert. Jedes Kapitel ist einer bestimmten geographischen Region zugeordnet (über die Einteilung nach Regionen s.o.). Jede Beschreibung stellt ein konzises und in sich geschlossenes Ganzes dar; ich habe mich bemüht, keine Querverweise anzugeben, damit der Betrachter beim Lesen der Beschreibung einer konkreten Karte gleich alle Informationen sieht, die im Katalog zu finden sind, ohne einem Verweis nachgehen zu müssen. Jeder Informationsblock ist nach dem folgenden festen Schema aufgebaut:

 

Nr. und voller Titel

Autoren, Ort und Jahr des Erscheinens

Skala, Massstab

Typ der Druckvorlage, Kartencharakter

Atlas

Beschreibung

Charakteristische Züge

Geomorphologische Elemente

Humangeographische Elemente

Rahmen, Format

Kollektion

Inventarnummer der Karte, Inventarnummer der Bibliothek

 

Das oben beschriebene Schema erleichtert die korrekte und fehlerlose Interpretation der im Katalog enthaltenen Informationen. Das Symbol " | " bezeichnet jeweils den Umbruch bei der Trennung eines Titels in einzelne Textzeilen, wobei Grösse und Schriftart nach Möglichkeit dem Original treu bleiben. Diese Grundsätze gelten auch bei der Interpretation der meisten übrigen Texte auf der Karte selber oder auf deren Rückseite. Unter den charakteristischen Zügen wurden Wasserzeichen, Notizen oder handschriftliche Kommentare früherer Besitzer aufgeführt. Im Rahmen des Möglichen habe ich mich bemüht, das Format der Karten unter Angabe der drei typischen Massen anzugeben – a: Mass des Bogens (arkusz), p: Mass der Tafel (płyta), r: Mass der Kartenumrahmung (ramka). Besonders das Mass des Bogens kann einen wertvollen Hinweis darauf geben, aus welchem Atlas die Karte stammen könnte. In Klammern sind Informationen angeführt, die nur einer gewissen Wahrscheinlichkeit entsprechen oder ungenügend verifiziert sind. Eckige Klammern bedeuten, dass sich die in ihnen enthaltenen Informationen nicht eindeutig zuordnen lassen und sie nur in Analogie zu anderen Karten oder Atlanten hier aufgeführt werden. Schliesslich bereichern zahlreiche Risse, die Landkarten oder ein Fragment von solchen darstellen, sowie eine Farbeinlage mit einer Reproduktion von 64 Karten den Informationsgehalt des ganzen Kataloges in nicht unbedeutendem Masse.

 

Die letzten Seiten des Kataloges bestehen aus fünf Verzeichnissen: aus je einem zu den Namen, zum Erscheinungsort, zu den Rissen, zu den Inventarnummern und zur Nummer der Kollektion. Sie erleichtern wesentlich oder ermöglichen vielleicht erst gar das Suchen der gewünschten Informationen.

 

Der gesamte Katalog mitsamt den schwarzweissen Rissen wurde mit Hilfe des Prozessors AmiPro 3.0 elektronisch gespeichert, was eine einfache und schnelle Aktualisierung möglich macht. Ausserdem lassen sich die in ihm enthaltenen Informationen zu verschiedenen Zwecken nutzen. Möglich ist ferner die Konversion des gesamten Kataloges oder eines Teils davon in ein anderes Format.

 

Piotr Mojski (B. de Weydenthal)

 

ÖFFNUNGSZEITEN

 

Täglich: 13:00 - 17:00 (April - Oktober)

 

Wochenenden: 13:00 - 17:00 (März, November, Dezember)

 

Geschlossen: Ostersonntag, 24., 25., 26. Dezember

Januar - Februar (nur nach vorheriger Vereinbarung)

ADRESSE

 

POLENMUSEUM

Schloss Rapperswil

Postfach 1251

 

CH-8640 Rapperswil

Schweiz

 

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Telefon: 0041 (0)55 210 1862

Fax: 0041 (0)55 210 0662

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