Geheimnisse der Werkstatt früher Meister

      Die Kenntnis alter künstlerischer Techniken und Technologien stellt eine Basis für den Beruf des Kunstkonservators dar. Dieses Wissen ist dafür unentbehrlich, Konservierungseingriffe sachgerecht durchzuführen. Es ermöglicht, Schäden am gegebenen Kunstwerk nach Art und Ursachen zu erkennen, sowie geeignetes Material für Restaurierungsarbeiten richtig zu wählen und geschickt anzuwenden.

     Der Lehrstuhl für Techniken und Technologien der Malerei auf beweglichen Bilduntergründen besteht seit 1977 an der Fakultät für Konservierung und Restaurierung von Kunstwerken. Den Lehrstuhl bilden drei Werkstätten: Werkstätte für Technologien und Kopien Mittelalterlicher Malerei, Werkstätte für Technologien und Kopien der Malerei vom 17. bis zum 20. Jh., Werkstätte für Vergoldungstechniken und -technologien sowie Kopien von Miniaturen auf Pergament. 

     Das Lehrprogramm am Lehrstuhl wird im 5-jährigen Zyklus realisiert und hat zum Zweck, Studenten mit grundlegenden theoretischen und praktischen Problemen aus dem Bereich malerischer Techniken und Technologien (seit Mittelalter über Renaissance und Barock bis zum 20. Jh.) vertraut zu machen sowie junge Menschen zur künftigen selbstständigen Arbeit als Künstler, Konservatoren von Kunstwerken, vorzubereiten. Eine Grundlage für die Überlieferung theoretischen Wissens sind die den gesamten Studienzyklus hindurch geführten Vorlesungen. Während der Vorlesungen werden die in technologischer Praxis, in den einzelnen künstlerischen Techniken angewandten Materialien besprochen. Parallel erwerben die Studenten praktische Fertigkeit durch Übungen in den bedeutendsten Maler- und Vergoldertechniken (historische Tempera-, Öl- und Harz-, Öltechniken, Poliment- und Ölvergoldungen). Sie stellen eine Basis für die Ausführung technologischer Kopien von Gemälden aus den Hauptperioden der Kunstgeschichte dar: mittelalterlicher Malerei, der des 17. bis 18. Jh., und der Malerei des 19. und 20. Jh. 

     Dank diesen Studien, geführt im direkten Kontakt mit Originalwerken, im Besitz von: Nationalmuseum in Warschau, Abteilung für Spezialsammlungen der Nationalbibliothek, Illustrationenkabinett in der Bibliothek der Universität Warschau, lernen sie die Werkstatt alter Meister höchster Klasse kennen. Das Malen einer technologischen Kopie hat zum Zweck, die vollständige Struktur des kopierten Gemäldes wiederherzustellen, angefangen bei der Vorbereitung von Leinwand oder Brett, bis zu den abschließenden Malschichten. Die Studenten erwerben die Fertigkeit, den komplizierten schöpferischen Prozess zu erfassen, aus dem sich ein einzelnes Kunstwerk hervorgegangen ist. 

     Im Programmrahmen der Ausbildung an der Fakultät für Konservierung und Restaurierung von Kunstwerken werden an unserem Lehrstuhl Magisterarbeiten realisiert. 

     Es ist zu erwähnen, dass das Können alter Meister ebenfalls durch Ausführung von Kopien geformt wurde. Es war ein wesentliches Edukationselement, welches sowohl dem Meister als auch dem Jünger Ehre brachte. Kopien fertigten derart herausragende Künstler, wie Rubens, Delacroix, Manet oder Cezanne, aus. Dank Kopien eines Rubens kennen wir nicht erhaltengebliebene Gemälde von Leonardo da Vinci. 

    Jedes Werk, geschaffen durch einen Künstler, trägt in sich die individuelle Prägung seines Talents. Es ist eine Frucht seiner persönlichen Erfahrungen und Empfindungen. Es ist zu beachten, dass die angewandten Malertechniken gleichfalls einen Einfluss haben auf den Charakter der künstlerischen Aussage sind, weil der ästhetische Stil jeweils mit dem technisch-technologischen verbunden ist.  

 

Lehrstuhl für Techniken und Technologien von Malerei auf Mobilgrund

Lehrstuhlleiterin: Lehrbeauftragte Anna Zalewska-Falińska

1. Werkstätte für Technologien und Kopien Mittelalterlicher Malerei

    Adjunkt Aleksandra Krupska, Adjunkt Dr. Danuta Stępień

2. Werkstätte für Technologien und Kopien der Malerei vom 17. bis zum 20. Jh.    

     Prof. Jerzy Nowosielski, Asistent Piotr Stefanow

3. Werkstätte für Vergoldungstechniken und –technologien sowie Kopien von Miniaturen auf Pergament

    Lehrbeauftragte Anna Zalewska–Falińska, Lehrbeauftragter Andrzej Radomski