Ausstellung im Warschauer Königsschloss

29. November 2005 - 31. Januar 2006

Solidarität 1830. Deutsche und Polen nach dem Novemberaufstand

     Das Königsschloss in Warschau organisiert in Zusammenarbeit mit dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin eine Ausstellung zum 175. Jahrestag des polnischen Novemberaufstands, der am 29. November 1830 ausbrach. Diese Ausstellung wird einen wesentlichen Beitrag zum Deutsch-Polnischen Jahr 2005/2006 leisten. Die Idee zu dem Projekt entstand unter anderem aus Anregungen, die die polnisch-deutsch-französische Wanderausstellung Frühling im Herbst. Vom polnischen November zum deutschen Mai. Das Europa der Nationen 1830-1832 gegeben hat, die in mehreren polnischen und deutschen Städten (Gdańsk, Gorzów Wlkp., Kraków, Legnica, Poznań, Świnoujście, Szczecin, Wrocław; Berlin, Brandenburg, Darmstadt, Dresden, Eisenhüttenstadt, Frankfurt/Oder, Leipzig, Ludwigsburg, Rastatt, Schwedt) sowie in Brüssel gezeigt wurde.

     Die Ausstellung im Warschauer Königsschloss, die für den Zeitraum vom 29. November 2005 bis zum 31. Januar 2006 vorgesehen ist (etwa 600 QM, 200 Exponate), wird unter dem Titel Solidarität 1830. Deutsche und Polen nach dem Novemberaufstand präsentiert werden. Es sollen Geschehnisse dargestellt werden, deren Präsenz im polnischen und deutschen kollektiven Bewusstsein heute verschwindend gering ist. Nach dem Niedergang des Novemberaufstandes, als Tausende von polnischen Flüchtlingen ihr Vaterland verlassen mussten, wurden viele von ihnen in den deutschen Ländern, Städten und Gemeinden freundlich aufgenommen und trafen auf große Hilfsbereitschaft der dort ansässigen Bevölkerung. Zugunsten der Polen wurden z. B. Unterstützungskommitees gegründet, Geldsammlungen organisiert, Benefizbälle und -konzerte veranstaltet. Die Anwesenheit der polnischen Flüchtlinge in Deutschland verstärkte die dortigen liberaldemokratischen Tendenzen und Vereinigungsbestrebungen. Den Höhepunkt bildete das Hambacher Fest im Jahre 1832, auf dem ein Redner unter anderem äußerte: Denn ohne Polens Freiheit keine deutsche Freiheit! Ohne Polens Freiheit kein dauernder Friede, kein Heil für alle anderen europäischen Völker!

     Die Ausstellung wird Exponate aus deutschen und polnischen Sammlungen präsentieren: Malerei (u. a. das symbolische Bild von Dietrich Monten Finis Poloniae 1831 aus der Berliner Alten Nationalgalerie SMB), in Deutschland entstandene Grafiken, die den Verlauf der Aufstandskämpfe im Königreich Polen zeigen, Archivmaterialien, die sowohl die gesellschaftlichen Aktivitäten in Deutschland, wie auch die offizielle Politik der damaligen deutschen Staaten dokumentieren, sowie Gedenkschriften und Presseauszüge.

     Für die Dauer der Ausstellung werden eigens dafür konzipierte Unterrichtsstunden für Grundschulen und Gymnasien sowie Vorlesungen vorbereitet. Die Ausstellung wird von einem zweisprachigen Katalog begleitet werden, der möglichst vollständige Informationen zu den präsentierten Werken, sowie deren fotographische Dokumentation beinhalten soll. Im Katalog werden folgende Essays veröffentlicht: über die europäische Perspektive der Geschichte des Novemberaufstands von Prof. Dr. Klaus Zernack (Berlin), über die polnische Romantik von Dr. Agnieszka Morawińska (Direktorin der Nationalgalerie „Zachęta“ in Warschau), Dietrich Montens Gemälde „Finis Poloniae 1831“ und seine Bedeutung für die Malerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Dr. Claude Keisch und Prof. Dr. Konrad Vanja, Sage nie, du gehst den letzten Weg. Deutsche und Polen nach dem Novemberaufstand von Dr. Piotr Majewski (Königsschloss Warschau).

     Dieses Ausstellungsprojekt soll einen wichtigen Beitrag zum „Deutsch-Polnischen Jahr 2005/2006” leisten. Das Konzept sieht Ausstellungsstation in der Bundesrepublik Deutschland vor: in Berlin (Museum Europäischer Kulturen SMB, 1. März – 30. April 2006).

  

Bilder zur Ausstellung

Königsschloss in Warschau

    

 

Polenmuseum in Rapperswil

Kalendarium 2006