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ANTONI RZĄSA Bildhauer und Pädagoge, wurde 1919 in Futoma (Polen) geboren. Er begann 1938 seine Ausbildung an der Schule für Holzbearbeitung, musste sie wegen dem 2. Weltkrieg unterbrechen. Nach dem Krieg nahm er sein Studium durch Drängen von Antoni Kenar wieder auf und diplomierte 1952.Ab 1973 arbeitete er dort als Lehrer. In den 60er Jahren des 20. Jh. war er mit seinen Motiven der Kreuzigung Jesu der berühmteste Bildhauer Polens. Seine Arbeiten findet man im Nationalmuseum in Warschau, Krakau, Posen, polnischen Militärmuseum sowie in privaten Sammlungen in den USA, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien und im Vatikan. Er starb 1980 in Zakopane.
"Wenn ich einen Christus oder eine Pieta mache, dann lasse ich mich keineswegs von dem Gedanken leiten, sie anzubeten, sondern ich erzähle eine Geschichte über Menschen. Ich verstehe die Kreuzigung – eine traditionelle Kreuzigung – aber hier haben wir es mit einer Art Aufbegehren des Geistes zu tun. Ich denke eigentlich nie an Christus, so wie dies unsere Religion lehrt. Die Qual ist eigentlich auf Schritt und Tritt zu finden. Dieser Christus, das ist der gequälte Mensch, so dass der Leib gar nicht mehr zahlt. Ich finde nicht, dass meine Kunst irgendwie tragisch, voller Resignation sei. Ich solidarisiere mich mit dem Menschen und bemühe mich diesen Menschen zu schützen. Wovor? Ich weiss es selber nicht, aber er wehrt sich gegen etwas, denn das spüre ich." Antoni Rząsa
"… wie sehr hat sich in der polnischen Kirche die Einstellung zur modernen Skulptur geändert. Die Bresche schlug ein Künstler, der beileibe nicht revolutionär oder avantgardistisch, sondern still, konzentriert, naiv inspiriert ist - gleichsam ein Cimabue einer Zeit der Verachtung und Zerrissenheit. Antoni Rząsa war ein tief religiöser Bildhauer, der erste Künstler im Nachkriegspolen, der es wagte die traditionelle kirchliche Ikonographie anzutasten und zu durchbrechen, denn er flösste in das in süsslicher Konvention des XIX Jahrhunderts erstarrte und lediglich förmliche Zeichen, die eigene Erfahrung des alles beherrschenden, menschlichen Schmerzes ein." Halina Kenarowa "Das normale menschliche Leid, dem er, ebenso wie andere, begegnete, berühmte ihn viel tiefer, als dies bei anderen der Fall ist. Er identifizierte dieses später häufig in seinen folgenden Werken mit der Gestalt des gekreuzigten Christus. Deshalb sind seine Christusfiguren stets neue Christusfiguren, die aus wahren Situationen hervorgegangen sind." Barbara Zbrożyna "Schaut man den Skulpturen von Rząsa in die Augen, hört man das Knarren des gemarterten Holzes. Vielleicht bricht das Holz, vielleicht bricht aber das Herz der Gequälten." Tadeusz Brzozowski
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